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Liebgemeinte Übergriffigkeit als Grundkonstrukt / Über das Sein des Seins / Rhetorische Gedanken

Wir kennen uns seit meiner Kindheit. Aber kennen wir uns wirklich?

„Wie geht es dir eigentlich wirklich?“ - Wer kennt die Frage nicht. Nachdem im smalltalkenden Gespräch die Frage nach dem eigenen Befinden kurzerhand mit „gut“ beantwortet wurde.

Aber ist „gut“ überhaupt, so wie es mit dem Hinterfragen und erneuten Nachfragen hingestellt wird, ganz unrichtig, wird dies vermutet?


Das Befinden der antwortenden Person kann tatsächlich nicht „gut“ sein, allerdings kann „gut“ als Antwort trotzdem legitimiert werden, oder?

Was, wenn es tatsächlich „gut“ heißt und es der antwortenden Person perfekt geht?

Was, wenn es „gut, da ich mich mit einem etwaigen Problem im Gespräch mit einer Person, die mir (momentan) nicht nahe genug steht, um mehr als Smalltalk zu führen, nicht beschäftigen muss“ heißt?

Was, wenn es „gut, da meine halbe Lebensgeschichte, die durch meine Hirnkonstrukte für meine Erzählung des nicht-gut-gehens notwendig sein würde, was die Sache unnötig verkomplizieren würde“ heißt?

Ist es tatsächlich gelogen? Oder nur eine selbstständige Entscheidung, das Gespräch auf keiner tiefgründigen psychoanalytischen Basis zu führen?


Also, es geht mir gut, oder? Oder verkompliziere ich die Frage, die ich selbst hypothetisch gestellt habe, durch das Chaos meiner Hirnströme? Wobei, ist das überhaupt relevant?



Aber ob wir uns wirklich kennen - Wer kennt wen? Wer kennt wen wirklich? Kennen wir uns selbst wirklich?


Wie gerne höre ich von ehemaligen Erziehungsberechtigten meinerseits (Spoiler, ich bin ja tatsächlich schon volljährig, auch, wenn es sich manchmal nach dem kompletten Gegenteil anfühlt), dass sie mich doch am besten kennen. Dabei kenne ich mich doch selbst am besten. Aber kenne ich mich selbst überhaupt vollständlig, zur Gänze und am bestesten des Besten?

Meine Erinnerungen an meine Kindheit sind verschwommen und lückenhaft, Wahrheiten scheinen wie Erzählungen und Erzählungen scheinen wie Erfindungen von Freund*innen und Familienangehörigen, um eine Coverstory für die neue Elternzeit zu konstruieren.


Wie gerne wird im Schulkontext kritisiert, wie unnötig denn Gedichtinterpretationen im Deutschunterricht wären. Diese Diskussion möchte ich nicht starten, könnte lang werden. Aber ich habe niemals im Musikunterricht ein Musikstück interpretiert oder im Kunstunterricht eine bildliche Darstellung.

Aber was sagt meine Fotografie über mich aus?

For sure, I can say, I'm impulsive. And I love it, it puts a colorful box of ideas into my head. Die ich am liebsten sofort umsetzen möchte.


Aber wer kennt mich denn? Erziehungsberechtigte? Partner*in(nen)? Freunde? Freundinnen? Freund*in? Fremde, die mich richtig lesen oder interpretieren (Wobei ich ihnen das nicht einmal bestätigen könnte)? Personen, die „helfen“ wollen (bei was eigentlich?)?

Meine Kunst? Die Frage nach einer etwaigen Antwort?


Guten Morgen.

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